Energieeinsparverordnung


Unsere Erläuterungen zur Energieeinsparverordnung (EnEV):


Die Energieeinsparverordnung (EnEV) wird vom Verordnungsgeber auf der rechtlichen Grundlage zum effizienten Betriebsenergiebedarf eines Gebäudes vorgeschrieben und ist ein Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechtes.

Die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie 2010 erfolgte im neuen Energieeinsparungsgesetz. Darin wurden auch Ziele der Energiewende berücksichtigt. Die Zweite Verordnung zur Änderung der EnEV wurde am 16. Oktober 2013 vom Kabinett verabschiedet. Sie trat im Wesentlichen am 1. Mai 2014 in Kraft. Zweck dieser Verordnung ist die Einsparung von Energie in Gebäuden.

Seit Mai 2014 ist der Grundstückseigentümer verpflichtet bestimmte Vorgaben zu erfüllen. Diese finden Sie detailliert in der EnEV. Die wichtigsten Vorgaben die zu erfüllen sind, fassen wir wie folgt zusammen:

  • Nachrüstpflicht Dachbodendämmung: Oberste Geschossdecken, welche unter einem unbeheizten Dachgeschoss liegen und den Mindestwärmeschutz nicht erfüllen, müssen bis zum 31.12.2015 gedämmt werden.
  • Nachrüstpflicht Dämmung Rohrleitungen: Heizungs- und Warmwasserleitungen müssen auch in einem unbeheizten Keller gedämmt werden.
  • Austauschpflicht für alte Heizkessel: ab 2015 besteht eine Austauschpflicht für Heizkessel vor Baujahr 1985. Geräte, die demnach zu diesem Zeitpunkt älter als 30 Jahre sind, dürfen somit nicht mehr verwendet werden. Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel sind explizit von der Nachrüstpflicht ausgenommen. Die Austauschpflicht für alte Heizkessel greift also im Falle von alten Standardkesseln / Konstanttemperaturkesseln.
  • Einbaupflicht Wärmezähler: Seit Beginn des Jahres 2014 muss die Energiemenge, die bei einer verbundenen Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage für die Erwärmung des Wassers aufgewendet wird, mit einem separaten Wärmezähler gemessen werden. Bis Ende 2013 war es zulässig die Energiemenge für Heizung und Warmwasser rechnerisch zu ermitteln. 
  • Energieausweispflicht: Energieausweise sind zehn Jahre lang gültig und müssen entweder den Energieverbrauch oder den Energiebedarf eines Gebäudes ausweisen. Energieausweise die nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt werden, ordnen einem Gebäude außerdem eine Energieeffizienzklasse zu. Dies kannte man bisher auch bei der Einteilung in Effizienz-Klassen von Elektrogeräten. Die Einteilung erfolgt zwischen den Effizienzklassen "A+" bis "H". Bei Vermietung oder Verkauf ist es zwingend notwendig einen Energieausweis dem Miet- bzw. Kaufinteressenten vorzulegen. Bei Verstößen gegen die Ausweispflichten können Bußgelder in Höhe von bis zu 15.000,- € fällig werden.

Die Umsetzung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Gerade in Bezug auf die Nachrüstpflicht der Dachbodendämmung können hohe Kosten entstehen. Aber auch ggf. notwendige Modernisierungen von Heizungen und Heizleitungen können sehr kostenintensiv sein. Weitere Kosten entstehen für den Einbau von Wärmezähler und die Erstellung eines Energieausweises. Die Erfüllung aller genannten Anforderungen, die sich aus der EnEV ergeben, sind mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Der Gesetzgeber hat angekündigt, dass stichprobenartig die Umsetzung der Verordnung kontrolliert wird und Verstöße mit Bußgeldern geahndet werden.

Mess- und Eichgesetz


Unsere Erläuterungen zum Mess- und Eichgesetz (MessEG):


Eine Neufassung des Mess- und Eichgesetzes tritt zum 01.01.2015 in Kraft und dient dem erhöhten Verbraucherschutz in Bezug auf Messungen. Es fordert, dass Messgeräte im gewerblichen Verkehr geeicht sein müssen. In der Wohnungswirtschaft greift das Gesetz vorrangig bei der Verbrauchserfassung von Wasser und Wärme. Die Inbetriebnahme von Messgeräten ist der zuständigen Behörde (Eichamt) spätestens nach sechs Wochen anzuzeigen. Die Anzeigepflicht gilt nur für ab 01.01.2015 neu installierte oder erneuerte Messgeräte wie:

Zählerart Eichfrist
Stromzähler 16 Jahre
Gaszähler 8 Jahre
Kaltwasserzähler 6 Jahre
Warmwasserzähler 5 Jahre 
Wärmezähler 5 Jahre 


Verstöße gegen das Eichgesetz werden als Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern bis zu 20.000,- € geahndet.